Zweimal Weltmeister und noch nicht am Limit – Joachim Zeidler setzt seine Erfolgsserie fort

GOLD, Blau und Weiß in der Domstadt: Historischer Triumph für die Marathon-Staffeln des TV Refrath!
6. Oktober 2026
Zweimal Weltmeister und noch nicht am Limit – Joachim Zeidler setzt seine Erfolgsserie fort
GRENZ ECHO - LEICHTATHLETIK

 Von Kurt Pothen 30.09.2026 um 19:10 Uhr | Lesedauer: 3 min

Zwei Starts, zwei Siege: Joachim Zeidler hat bei den Weltspielen der Medizin in Kroatien erneut doppelt zugeschlagen. Der Gastroenterologe des St. Nikolaus-Hospitals gewann sowohl über 1.500 als auch über 800 Meter Gold in seiner Altersklasse. Über 1.500 Meter hielt sich der 59-Jährige sogar noch zurück.

Wenn Joachim Zeidler über seine Erfolge berichtet, könnte man fast den Eindruck gewinnen, zwei Weltmeistertitel seien inzwischen eine ziemlich entspannte Angelegenheit.

Über 1.500 Meter gewann der Gastroenterologe des St. Nikolaus-Hospitals in Medulin und Pula in 5:01,9 Minuten, über 800 Meter ließ er in 2:25,0 Minuten den nächsten Titel folgen. Und trotzdem sagt Zeidler über sein erstes Rennen: „Ich habe mich ehrlicherweise ein bisschen geschont.“ Das klingt angesichts einer Goldmedaille zunächst ungewöhnlich. Dahinter steckte allerdings ein klarer Plan. Der Mittelstreckler wusste, dass ihm wenige Tage später noch die 800 Meter bevorstanden. „Ich wollte verletzungsfrei bleiben.“ Also ging er nicht bis an die absolute Grenze – und hatte den Wettkampf trotzdem jederzeit unter Kontrolle. Bei beiden Rennen setzte sich Zeidler früh an die Spitze, schuf schnell klare Verhältnisse und lief anschließend ungefährdet zum Sieg. Ganz überraschend kam das für ihn nicht. „Ich hatte darauf spekuliert, da ich die Zeiten einiger anderer Läufer aus den Vorjahren kannte“, erzählt er. Eine gewisse Unsicherheit gehört für ihn dennoch dazu: „Genau wissen kann man das natürlich nie.“ Über 1.500 Meter waren acht Läufer am Start, über 800 Meter sechs. In seiner Altersklasse der 55- bis 64-Jährigen war Zeidler jeweils der Schnellste. Noch bemerkenswerter fällt der Blick über diese Altersgrenze hinaus aus: In der Gesamtwertung sämtlicher Altersklassen belegte er auf beiden Strecken Rang zwei. Nur ein Läufer, der jünger als 35 Jahre war, war schneller. „Ich bin stolz darauf, mich in meinem Alter so gut behaupten zu können“, sagt Zeidler. Eine weitere Medaille sprang dafür zwar nicht heraus: „Extra-Medaillen gab es für die Gesamtwertung nicht.“ Der sportliche Wert blieb davon unberührt.

Dass über 1.500 Meter tatsächlich noch deutlich mehr möglich gewesen wäre, bewies Zeidler nur wenig später. Am 5. Juli lief er bei den Nordrhein-Meisterschaften in Wassenberg 4:54,63 Minuten und holte Bronze. Keine zwei Wochen danach standen bei den Deutschen Meisterschaften in Mönchengladbach 4:56,59 Minuten und Platz fünf zu Buche. Die 5:01,9 Minuten bei den Weltspielen waren also keineswegs das Maximum.

Zwei Starts und zwei Goldmedaillen in Kroatien für Joachim Zeidler | Foto: privat

2024 hatte er bei den Sportweltspielen der Medizin in St. Tropez bereits über 1.500 Meter Gold und über 800 Meter Silber gewonnen. Seitdem ist aus einem starken Auftritt eine kleine Serie geworden.

2025 fanden die Weltspiele in Lloret de Mar statt. Zeidler gewann dort in seiner Altersklasse die 1.500 Meter in 5:25,8 Minuten und die 800 Meter in 2:26,6 Minuten. In diesem Jahr folgte in Kroatien also zum zweiten Mal in Folge das Double.

Dass er noch immer auf diesem Niveau laufen kann, kommt nicht von ungefähr. Zeidler ist seit seiner Schulzeit als Mittelstreckler aktiv. Seine Hauptstrecken sind 800, 1.000 und 1.500 Meter, gelegentlich bestreitet er auch längere Volks- oder Firmenläufe. Bereits 2024 erzählte er dem GrenzEcho, dass er fünf- bis siebenmal pro Woche trainiere – meistens abends nach der Arbeit oder am Wochenende. Daran habe sich nicht viel geändert, sagt der Arzt knapp.

Für Zeidler ist diese Konstanz vermutlich mindestens ebenso wichtig wie einzelne Medaillen. Während andere längst den Trainingsumfang reduzieren würden, hält er sein Pensum aufrecht. Die berufliche Belastung in der Inneren Medizin und Gastroenterologie steht dem nicht im Weg. Vielmehr gehört der Sport seit Jahrzehnten fest zu seinem Alltag.

Seine Laufkarriere begann einst in Köln. Heute startet Zeidler für den TV Refrath in Bergisch Gladbach. Schon vor seinem ersten großen Medigames-Comeback 2024 war er auch auf nationaler Ebene erfolgreich unterwegs.

Damals verwies er darauf, dass nationale Rennen für ihn Priorität hätten. Kurz vor den Weltspielen von St. Tropez hatte er bei den deutschen Meisterschaften über 800 Meter Rang drei erreicht. Für 2026 ist der Wettkampfkalender nun geschlossen. Die nächsten Wochen werden sportlich ruhiger – allerdings nur relativ. „Für dieses Jahr ist die sportliche Saison vorbei. Jetzt kommt Grundlagentraining für nächstes Jahr.“ Eine erneute Titeljagd bei den Weltspielen der Medizin ist 2027 dagegen eher unwahrscheinlich, „da der Termin ungünstig liegt“, sagt Zeidler. Ganz ohne Wiedersehen mit der Veranstaltung muss es deshalb aber nicht bleiben. Seine abschließenden Worte klingen jedenfalls nicht nach Rücktritt:

„Vielleicht 2028 wieder.“
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